Planung
Smart Home Planung — die zehn Fehler, die Architekten sehen

Die Planung gehört an den Punkt, an dem der Grundriss steht und das erste Gewerk noch nicht begonnen hat. Danach arbeitet jeder Planer um Entscheidungen herum, statt sie zu gestalten — und die zehn teuersten Fehler entstehen genau in diesem Fenster.
Die zehn Fehler
1. Zu spät begonnen. Nach dem ersten Gewerk sind Leitungswege, Technikraumgröße und Schalterpositionen keine Entscheidungen mehr, sondern Zwänge.
2. Der Technikraum ist zu klein. Rechnen Sie für eine Villa mit mindestens 1,5 m Schrankbreite, Belüftung und Kühlung. Ein Verteiler in einer Besenkammer wird im Juli zum Problem.
3. Access Points nach Steckdosenlage. Sie gehören dorthin, wo Signal gebraucht wird, jeweils mit eigenem Kabel — nicht dorthin, wo zufällig Strom lag. Mehr dazu unter Netzwerk.
4. Kein Leerrohr für später. Ein zusätzliches Leerrohr in jede Etage kostet im Rohbau fast nichts und rettet in fünf Jahren ein ganzes Projekt.
5. Schalterpositionen auf der Baustelle festgelegt. Von zwei Personen, die dort nicht wohnen. Gehen Sie den Grundriss mit dem tatsächlichen Tagesablauf durch, bevor gestemmt wird.
6. Beschattung und Licht getrennt geplant. Beide regeln Helligkeit. Getrennt geplant arbeiten sie gegeneinander.
7. Zu viele einzeln steuerbare Kreise. Sechzig Regler in einer App bedient niemand. Sechs gute Szenen pro Raum schon — siehe Lichtsteuerung.
8. Keine Übergabedokumentation vereinbart. Projektdatei, Verteilerbeschriftung, Netzplan und Zugangsdaten gehören schriftlich in den Auftrag, nicht in ein Versprechen.
9. Keine Wartung eingeplant. Die Anlage wird einmal in Betrieb genommen und danach nie wieder angesehen. Nach zwei Jahren funktioniert die Hälfte nicht mehr.
10. Die Bedienoberfläche zuletzt bedacht. Wenn am Ende ein Wandtablet mit Herstellersoftware übrig bleibt, nutzt die Familie das teuerste Gewerk des Hauses nicht.
Der richtige Zeitpunkt. In deutschen Leistungsphasen gesprochen: zwischen LPH 3 und 5. Der Grundriss steht, die Elektroplanung beginnt, gestemmt wurde noch nicht. Zu diesem Zeitpunkt kostet eine gute Entscheidung nichts und eine schlechte ebenfalls nichts — später kostet die Korrektur beider das Vielfache.
Was eine Spezifikation enthalten muss
- Raumweise Aufstellung jedes Stromkreises, jedes Geräts, jeder Leitung
- Eintragungen in die Pläne des Architekten, in dessen Format
- Technikraum-Layout mit Belüftung und Platzreserve
- Netzwerkplan mit Access-Point-Positionen aus einer Vermessung, nicht aus dem Bauchgefühl
- Kalkulierte Materialliste, gegen die Ihr Bauunternehmen ausschreiben kann
- Szenenkonzept — welche Szene in welchem Raum, benannt nach dem Alltag
Und, entscheidend: Die Spezifikation gehört Ihnen. Wenn Sie sie einem anderen Betrieb geben möchten, tun Sie das. Ein Planer, der Ihnen die Unterlagen für Ihr eigenes Haus vorenthält, schafft eine Abhängigkeit ohne technischen Grund.
Braucht man dafür einen eigenen Planer?
Bei einer Wohnung nicht. Bei einer Villa mit Beschattung, mehreren Klimazonen, Heimkino und Sicherheitstechnik zahlt es sich fast immer aus — nicht weil Elektriker es nicht könnten, sondern weil niemand sonst die Koordination zwischen Architekt, Lichtplaner, Elektro, Klima und Beschattung übernimmt. Genau dort entstehen die Fehler.
Wie das konkret abläuft, steht unter Planung & Installation.
Beginnen Sie mit einer Analyse
Ein halber Tag im Haus, 450 € Festpreis. Ein schriftlicher Bericht darüber, was vorhanden ist, was daran nicht stimmt und was die Behebung kosten würde — er gehört Ihnen, unabhängig davon, wen Sie beauftragen.
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Klare Antworten.
Wann sollte die Smart-Home-Planung beginnen?
Sobald der Grundriss steht und bevor das erste Gewerk beginnt — in deutschen Leistungsphasen etwa zwischen LPH 3 und 5. Danach sind Leitungswege, Technikraumgröße und Schalterpositionen keine Entscheidungen mehr, sondern Zwänge.
Was gehört in eine Smart-Home-Spezifikation?
Eine raumweise Aufstellung aller Stromkreise, Geräte und Leitungen, Eintragungen in die Architektenpläne, ein Technikraum-Layout, ein Netzwerkplan auf Basis einer Vermessung, eine kalkulierte Materialliste und ein Szenenkonzept. Und sie gehört Ihnen, nicht dem Planer.
Brauche ich einen eigenen Smart-Home-Planer?
Bei einer Wohnung nicht. Bei einer Villa mit Beschattung, mehreren Klimazonen und Sicherheitstechnik fast immer — weniger wegen der Technik als wegen der Koordination zwischen Architekt, Lichtplanung, Elektro und Klima.
Was kostet die Planung?
Sie wird als Festhonorar nach einer Analyse vor Ort kalkuliert, nicht als Prozentsatz der Investitionssumme. Ein prozentualer Anteil gäbe dem Planer einen Anreiz, mehr zu spezifizieren als das Haus braucht.