Nachrüstung
Smart Home nachrüsten — was geht, was nicht, was kostet es

Kurz: Beleuchtung, Beschattung, Klima, Heizung und Sicherheit lassen sich im Bestand fast immer nachrüsten, ohne eine Wand zu öffnen — über Unterputzmodule hinter den vorhandenen Schaltern und über Thread- und Matter-Funk. Die Grenze liegt bei etwa vierzig Lichtkreisen. Realistisch sind 3.000 bis 25.000 € je nach Größe.
Der entscheidende Trick: hinter den Schalter
Der verbreitetste Irrtum ist, dass Nachrüstung neue Schalter bedeutet. Tut sie nicht. In fast jeder Schalterdose sitzt hinter dem vorhandenen Schalter genug Platz für ein Unterputzmodul — ein Bauteil von etwa 4 × 4 cm, das an Phase, Neutralleiter und den vorhandenen Schalter angeklemmt wird.
Danach ist der Lichtkreis dimm- und schaltbar, per App, per Sprache und per Automation. Und der Schalter an der Wand funktioniert weiterhin ganz normal — für Gäste, für Kinder, für den Fall, dass das Telefon leer ist. Das ist kein Kompromiss, das ist die bessere Lösung: Ein Haus, das sich nur per App bedienen lässt, ist ein schlechter entworfenes Haus.
Voraussetzung ist ein Neutralleiter in der Dose. In spanischen Installationen ab etwa 1990 ist der praktisch immer vorhanden; in sehr alten Fincas gelegentlich nicht, wofür es eigene Module ohne Neutralleiter gibt.
Was sich sonst noch nachrüsten lässt
- Beschattung. Funkantriebe für Raffstores und Markisen — oder, günstiger, ein Modul hinter dem vorhandenen Wippschalter, das den bestehenden Antrieb übernimmt.
- Klima. Nahezu alle Split- und Kanalgeräte von Daikin, Mitsubishi, Fujitsu und Panasonic lassen sich über ein lokales Interface einbinden. Nichts muss ersetzt werden.
- Fußbodenheizung. Funkstellantriebe direkt am Heizkreisverteiler, Raumfühler über Thread.
- Tor und Zufahrt. Ein potentialfreier Kontakt am vorhandenen Antrieb genügt fast immer.
- Sicherheit. Kameras mit lokaler Aufzeichnung, Funkkontakte an Türen und Fenstern, Wassermelder in Technikraum und Bädern — Letzteres ist bei monatelang leerstehenden Häusern die vielleicht sinnvollste Einzelinvestition überhaupt.
Wo die Grenze liegt
Nachrüstung ist eine Funklösung, und Funk hat eine Dichtegrenze. Etwa vierzig bis fünfzig Aktoren funktionieren in einem Steinhaus zuverlässig; darüber wird es zunehmend fragil. Wer hundert Lichtkreise einzeln steuern will, braucht Leitungen — und damit eine Sanierung.
Ebenso wenig sinnvoll: eine vollständige KNX-Anlage in eine geschützte Finca nachträglich einzubringen. Der Wert von KNX liegt in der Verkabelung. Können Sie nicht verkabeln, zahlen Sie für einen Vorteil, den Sie nicht bekommen.
Thread hat die Rechnung verändert. Anders als klassisches WLAN-Funk baut Thread ein Mesh: Jedes netzbetriebene Gerät verstärkt das Netz für alle anderen. In einem Haus mit meterdicken Wänden ist das der Unterschied zwischen „funktioniert manchmal“ und „funktioniert“. Vor fünf Jahren war Nachrüstung im Altbau ein Kompromiss. Heute ist sie eine seriöse Planung.
Was es realistisch kostet
| Umfang | Rahmen |
|---|---|
| Analyse mit schriftlichem Bericht | 450 € |
| Wohnung: Licht in Hauptbereichen, Klima, ein Raum Audio | 3.000 – 6.000 € |
| Villa: Licht, Beschattung, Klima, Netzwerksanierung | 8.000 – 25.000 € |
| Große Finca mit Nebengebäuden und Sicherheitstechnik | ab 25.000 € |
Zum Vergleich: Dieselben Gewerke im Neubau verdrahtet kosten das Zwei- bis Dreifache — dafür ohne Dichtegrenze und mit längerer Lebensdauer.
Die Reihenfolge, die ich empfehle
Erstens das Netzwerk. Bei einer Funklösung entscheidet es über alles, und es ist der Punkt, an dem am häufigsten gespart und am teuersten nachgebessert wird. Zweitens Beleuchtung, weil sie täglich spürbar ist. Drittens Klima und Beschattung, die auf Mallorca zusammen den größten Komfortgewinn bringen. Viertens Sicherheit und Wassermelder. Audio und Kino zuletzt — sie sind schön, aber sie sind nicht das, weshalb Häuser sich falsch anfühlen.
Und darüber Apple Home, damit das Ergebnis in einer App landet, die Ihre Familie bereits kennt.
Beginnen Sie mit einer Analyse
Ein halber Tag im Haus, 450 € Festpreis. Ein schriftlicher Bericht darüber, was vorhanden ist, was daran nicht stimmt und was die Behebung kosten würde — er gehört Ihnen, unabhängig davon, wen Sie beauftragen.
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Klare Antworten.
Kann man ein Smart Home ohne Stemmen nachrüsten?
In den allermeisten Fällen ja. Beleuchtung über Unterputzmodule hinter den vorhandenen Schaltern, Beschattung und Klima über Funk beziehungsweise vorhandene Schnittstellen. Gestemmt wird höchstens für einzelne Netzwerkleitungen, und auch die lassen sich meist über Leerrohre oder verdeckt außen führen.
Was kostet Smart Home nachrüsten?
Für eine Wohnung mit Licht und Klima realistisch 3.000 bis 6.000 €. Für eine Villa mit Licht, Beschattung, Klima und saniertem Netzwerk 8.000 bis 25.000 €. Eine Analyse vor Ort mit schriftlichem Bericht kostet 450 € und wird bei Beauftragung angerechnet.
Funktionieren die alten Lichtschalter danach noch?
Ja, und das ist ausdrücklich so geplant. Die Module sitzen hinter dem Schalter, nicht statt seiner. Ein Haus, das sich ausschließlich per App bedienen lässt, ist schlechter entworfen — nicht moderner.
Lohnt sich Nachrüsten oder soll ich auf eine Sanierung warten?
Wenn ohnehin in den nächsten zwei bis drei Jahren saniert wird und die Wände geöffnet werden, warten Sie und verkabeln richtig. Wenn keine Sanierung ansteht, ist Nachrüstung heute technisch ausgereift genug, dass Warten keinen Vorteil bringt.
Geht das auch bei Denkmalschutz?
Genau dafür ist der Ansatz gedacht. Es wird nichts an der Substanz verändert und es entstehen keine sichtbaren Leitungen, was die Genehmigung in aller Regel unproblematisch macht. Den konkreten Fall klären Sie dennoch mit Ihrem Architekten.